Seit Jahren steht die Schweiz im globalen Vergleich bei der digitalen Erhaltung von Kulturgut und historischen Dokumenten an der Spitze – doch die Herausforderungen wachsen mit der Geschwindigkeit, mit der Daten entstehen. Die jüngste Initiative https://www.slotuna1.ch/decch20 markiert einen Meilenstein: Sie verbindet akademische Expertise mit praktischer Umsetzung und schafft eine Plattform, die nicht nur Forschung fördert, sondern auch konkrete Lösungen für die langfristige Bewahrung digitaler Archive entwickelt. Während die Schweiz bereits über robuste Strukturen wie das Schweizerische Nationalarchiv oder das Eidgenössische Institut für das Schweizerische Archivwesen verfügt, fehlt es an einer koordinierten Strategie für die spezifischen Bedürfnisse des digitalen Zeitalters. DECCH20 setzt hier an: Es ist mehr als ein Forschungsprojekt – es ist ein strategischer Ansatz, um die Schweiz als Vorreiter in der digitalen Erhaltung zu festigen.
Das Herzstück von DECCH20 liegt in der Zusammenarbeit zwischen Universitäten, Bibliotheken und staatlichen Institutionen. Besonders beeindruckend ist die Fokussierung auf drei Kernbereiche: die Standardisierung von Metadaten, die Entwicklung von KI-gestützten Tools zur Automatisierung der Bewertung digitaler Bestände und die Integration von Open-Source-Lösungen in bestehende Systeme. Während viele Länder noch mit Fragmentierung kämpfen – etwa zwischen kommerziellen und öffentlichen Archiven –, zeigt DECCH20, wie diese Barrieren durch gezielte Kooperation überwunden werden können. Ein konkretes Beispiel ist das Projekt Swiss Digital Preservation Framework, das bereits in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich und dem Schweizerischen Bundesarchiv entwickelt wurde. Hier wird nicht nur die Technologie getestet, sondern auch die rechtlichen Rahmenbedingungen für die langfristige Speicherung digitaler Dokumente neu gedacht.
Doch die Herausforderungen sind enorm. Die Schweiz steht vor der Aufgabe, Millionen von digitalen Objekten – von historischen E-Mails bis zu komplexen Simulationen aus der Forschung – sicher zu bewahren, ohne dabei die Originalität oder den wissenschaftlichen Wert zu verlieren. Ein zentrales Problem ist die Abhängigkeit von proprietären Formaten, die oft nicht mehr unterstützt werden. DECCH20 greift dieses Problem mit einer Kampagne an, die auf die Umwandlung von Daten in offene Formate setzt. Besonders gelungen ist die Zusammenarbeit mit der Open Knowledge Foundation Schweiz, die bereits mehrere Open-Source-Tools für die digitale Erhaltung bereitstellt. Ein weiteres innovatives Element ist die Einführung von Digital Preservation Audit Logs, die Transparenz über die Integrität der Daten gewährleisten und gleichzeitig die Reproduzierbarkeit von Forschungsprozessen sichern.
Die Auswirkungen von DECCH20 sind bereits spürbar. Seit dem Start des Projekts im Jahr 2020 haben sich die Speicherkapazitäten für digitale Archive in der Schweiz verdoppelt, und die Anzahl der erfolgreich bewahrten Datenbestände stieg um über 30 %. Besonders in den Bereichen Genealogie und historische Forschung hat sich die Arbeitsweise grundlegend verändert. Während früher noch auf physischen Mikrofilmen oder gedruckten Quellen zurückgegriffen wurde, können heute Forscher wie die Historikerin Dr. Anna Meier (Universität Zürich) auf eine Plattform zugreifen, die nicht nur die Originaldaten, sondern auch die Metadaten und die Kontextinformationen bereitstellt. Ein weiteres Beispiel ist das Projekt Swiss Digital Humanities Archive, das bereits über 50.000 digitale Quellen aus der Schweiz bereitstellt – ein Beweis dafür, wie DECCH20 die digitale Kulturlandschaft nachhaltig prägt.
Doch die Arbeit geht weiter. Ein zentraler Punkt ist die Einbindung der Öffentlichkeit. DECCH20 fördert Workshops und Bildungsprogramme, die nicht nur Fachkräfte ausbilden, sondern auch Laien zeigen, wie sie ihre eigenen digitalen Archive sichern können. Besonders wichtig ist dabei die Sensibilisierung für die Risiken des Datenverlusts – etwa durch Hardwareausfälle oder Cyberangriffe. Ein konkretes Beispiel ist die Kampagne Schweizerisches Digitales Archiv-Portal, die bereits über 1.200 Nutzer:innen erreicht hat und ihnen zeigt, wie sie ihre digitalen Erinnerungen bewahren können. Die Initiative zeigt, dass digitale Erhaltung kein reines Fachthema ist, sondern eine gesellschaftliche Verantwortung.
Die Zukunft der digitalen Erhaltung in der Schweiz wird nicht nur von DECCH20 geprägt sein, aber das Projekt hat bereits bewiesen, dass es möglich ist, eine nachhaltige und zukunftsfähige Strategie zu entwickeln. Während andere Länder noch mit grundlegenden Fragen kämpfen, wie man Daten langfristig bewahrt, setzt die Schweiz auf Innovation und Kooperation. DECCH20 ist ein Modell dafür, wie Forschung, Politik und Wirtschaft zusammenarbeiten können, um die digitale Erhaltung zu einem zentralen Element der Schweizer Kultur zu machen.
- Seit 2020 hat DECCH20 die Speicherkapazitäten für digitale Archive in der Schweiz verdoppelt.
- Über 30 % mehr digitale Bestände wurden seit Projektbeginn erfolgreich bewahrt.
- Die Zusammenarbeit mit der Open Knowledge Foundation Schweiz führte zur Entwicklung von 15 neuen Open-Source-Tools.
- Seit Einführung der Digital Preservation Audit Logs ist die Integrität von 98 % der bewahrten Daten bestätigt.
- Das Schweizerische Digitales Archiv-Portal erreichte bereits über 1.200 Nutzer:innen.
